Priesterausbildung muss im Zentrum geistlicher Refombestrebungen stehen

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Pressemitteilung der Initiative Pontifex zum Vorschlag der „Qualitätssicherung der Priesterausbildung“

Die am 24.06.2020 vorgelegten Pläne zur Konzentration der Priesterausbildung auf einige wenige Orte in Deutschland als Reaktion auf den Mangel an Seminaristen, werden der Berufung zum Priestertum, der zur Ausübung des priesterlichen Dienstes nötigen akademischen Ausbildung und der Entwicklung einer wahrhaft priesterlichen Seele nicht gerecht. In Gebet und Sakrament liegt der Kern ihrer Berufung. Dieser Kern muss Fokus der Priesterausbildung sein. Der Dienst der Heiligung, also der Auftrag, die Menschen zu Christus und in den Himmel zu führen, braucht eine tiefe geistliche Formung der Kandidaten, damit sie auch in Zeiten empfundener Gottesferne und in der Versuchung zur Verweltlichung standhaft bleiben.

Priesterseminare und theologische Fakultäten sind keine Berufsausbildungszentren weltlicher Art. Sie müssen vom Geist Christi durchdrungen sein, akademische Ausbildung auf höchstem Niveau bieten und gleichzeitig geistliche Zentren der Christusnachfolge und Evangelisierung sein. Zusätzlich bedarf es einer intensiven und dauerhaften geistlichen Begleitung jedes einzelnen Weihekandidaten, besonders auch über die Weihe hinaus. Hierbei muss die direkte und persönliche Beziehung zum Bischof der Weihediözese ein Kernelement der Ausbildungszeit sein. Dies wäre bei einer „Fernbeziehung“ während des Studiums unmöglich. Die immer kleiner werdende Zahl der Priesteramtskandidaten sollte Anlass zur Steigerung der Ausbildungsqualität sein, nicht Ausgangspunkt von Einsparungen.

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