Die Abschaffung der natürlichen Ehe im Gesetz ist für alle ein Verlustspiel

Stellungnahme des Mediennetzwerks Pontifex zur anstehenden Abstimmung im Deutschen Bundestag über die sogenannte "Ehe für alle"

Mit der kurz bevorstehenden Parlamentsabstimmung zur sogenannten „Ehe für alle“ droht nun auch in Deutschland die endgültige Aushöhlung des Ehebegriffs. Die Ehe als Verbindung von Mann und Frau ist die Grundlage unserer Gesellschaft, was bis vor Kurzem nicht nur für Christen als zivilisatorische Gewissheit galt. Dieser Verbindung wurde mit der Institution der Ehe ein rechtlicher Rahmen gegeben, der der Frau Rechtssicherheit und dem Mann die Anerkennung als Vater des aus der Verbindung hervorgehenden Kindes gewährt. Der freiheitliche Staat braucht diese Institution, weil er auf die Ehe als Keimzelle der Gesellschaft nicht verzichten kann.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden längst gesetzlich toleriert. Ihnen aber den „Ehestatus“ zuzusprechen, würde den Schutz der Ehe zerstören, während er den einzelnen Individuen keinen maßgeblichen Mehrwert bringt.
Der Begriff "Ehe für alle" ist gleichzeitig verfänglich und als Forderung ehrlich. Jeder Mensch kann, wenn er will, eine Ehe eingehen. Jedoch ist nicht jede Beziehung eine Ehe. Es geht also nicht um das Recht des Individuums, eine Ehe einzugehen, sondern um das Recht einer Beziehung, eine, "Ehe" sein zu wollen. Welche Kriterien können in Zukunft bestimmen, was alles unter diesen Begriff gezählt werden kann? Und welchen Zweck hat eine solche Definition dann noch?

Als junge Katholiken wissen wir uns von der Heiligen Schrift inspiriert, wonach der Mensch als Mann und Frau geschaffen wurde. Damit ist bereits jene Grundordnung erwähnt, die Ausdruck jener Liebe ist, aus der Familien entstehen und fruchtbar werden. Dies ist jedoch nicht nur aus der Offenbarung abzuleiten, sondern vielmehr in die Natur des Menschen eingeschrieben. Mit der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ oder mit der „Ehe für alle“ soll eine Beziehungsform mit Ehe und Familie gleichgesetzt werden, die dem widerspricht.

Weil auf diese Weise die Ehe in ihrer natürlichen Form nicht mehr spezifisch durch das Gesetz geschützt wäre, würde sie zu einem Sammelbegriff für vertraglich festgesetzte Beziehungen jeder Art, was einer Gesellschaft jene Stabilität raubt, die sie dringend braucht. Die Beziehung zwischen Mann und Frau, die auf die Zeugung neuen Lebens ausgerichtet ist, wird dadurch marginalisiert und verliert staatlicherseits ihren spezifischen Wert.
Vor diesem Hintergrund lehnen wir die Einführung einer „Ehe für alle“ strikt ab.

Gleichzeitig sehen wir diese traurige Entwicklung als einen Ansporn für uns als Kirche, die großartige Idee Gottes von der Ehe selbstbewusst und mutig zu vertreten und in einer immer beliebigeren Gesellschaft als den attraktivsten und lebenswertesten Weg vorzustellen.

Impressum © 2006-2017  Pontifex - Die Initiative der Generation Benedikt